Informationen zum NOK



Der Nord-Ostsee-Kanal

Wer von der Elbe aus auf Sommertour, in die Ostsee, fahren will hat in der Regel drei Möglichkeiten. Für die erste Variante benötigt man außer dem Schiff: Einen Trailer, ein ausreichend großes Fahrzeug, zwei Häfen mit jeweils einer Sliprampe oder einen Kran und nicht zuletzt einen Fahrer der diesen Anhänger fahren darf. Wem das alles zuviel ist, dem bleiben dann noch zwei Möglichkeiten übrig: Die erste Möglichkeit ist, man segelt die rund 300 Seemeilen über Skagen zur Ostsee und nimmt sich etwas mehr Urlaub. Wem auch das noch zu viel ist der kürzt 250 Seemeilen durch den Nord-Ostsee-Kanal ab. Aus dieser Perspektive betrachtet erscheint der, für manche so lästige, NOK doch als eine erhebliche Erleichterung.


 

Von der der Elbe aus ereicht man den NOK in Brunsbüttel. In dieser Gegend sollte man auf den sehr lebhaften Schiffsverkehr achten. Von hier aus gelangt man quer durch Schleswig-Holstein, über Rendsburg nach Kiel. Kommt man elbabwärts aus östlicher Richtung nimmt man die erste Einfahrt der Doppelschleuse in Fahrtrichtung. Die Einfahrt in den Vorhafen erkennt man schon aus einiger Entfernung an den zahlreichen Leuchttürmen. Zu erkennen sind immer jeweils zwei, in großen Lettern nummerierte Leuchtfeuer an den Molenköpfen. Die etwas älteren Leuchtfeuer 1 (schwarz/weiß) und 2 (rot/weiß) markieren die Einfahrt zur alten Schleuse. Auf den spitzen Dächern befinden sich übrigens zwei Wetterfähnchen. Das südliche Feuer zeigt ein festes grünes Licht und das nördliche ein rotes Licht. Die neuen und schmaleren Türme 3 und 4 sind die entsprechenden Einfahrtsfeuer der neuen Schleuse. Des Weiteren gibt es im Schleusenbereich noch das Unterfeuer Schleuseninsel, ein 23 m hoher rot/weißer Betonturm. Das dazu gehörende gleiche Oberfeuer steht im Industriegebiet Brunsbüttel.


 

Die kleinere alte und die große neue die Schleuse liegen immer direkt nebeneinander. Als Sportboot benutzt man die alte Schleuse. In Brunsbüttel werden Sportboote sogar nachts geschleust. Für die Schleuse ist auf Reede östlich der Zufahrt eine Wartezone für Sportboote eingerichtet, da das Warten im Vorhafen und in der Zufahrt verboten ist. An Mole 1 ist der Warteraum ausgeschildert. Die Zufahrt wird durch die rot leuchtenden Reedetonnen 58 und 60 begrenzt. Der Vorhafen beginnt ab der gedachten Verbindungslinie der Molenköpfe.


 

Im Gegensatz zur Geesthachter Schleuse, werden hier Sportboote und Seeschiffe getrennt voneinander geschleust. Nur bei besonders viel Verkehr muss man sich das Schleusenbecken mit einem großen Seeschiff teilen. Wichtig ist hier, erst in die Schleuse zu fahren, wenn das Frachtschiff komplett festgemacht hat. Die Schiffe erzeugen beim Anlegen starken Sog und Strömung im Schleusenbecken. Ein Segelboot wird da schnell mal durch die ganze Schleuse getrieben. Nach der Schleusung legen die Sportboote vor den Seeschiffen ab. Besonders angenehm sind die schwimmenden Pontons in der Schleuse, an denen man festmacht. Man braucht also nicht permanent ,mit dem sich ändernden Wasserstand, die Festmachleine fieren. Die Stege können bei Regen übrigens sehr rutschig sein.


 

Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel -Die Zufahrt wird östlich und westlich durch die Reedetonnen "58 NOK 2" und "60 NOK 1" begrenzt. An der Grenze zur Zufahrt kann man beobachten wie die Lotsen auf die Schiffe übersetzten.



Leuchtet auf der Schleuseninsel ein unterbrochenes weißes Licht, dann darf man in die Zufahrt vor der Schleuse fahren. Die Zufahrten werden in der Regel kameraüberwacht, so das die Schleusenwärter sehen, wenn sich jemand in der Wartezone befindet. Bei schlechter Sicht oder Dunkelheit, vor allem außer der Saison, kann man sich über Funk bei der Schleuse melden. Leuchtet dann ein weißes unterbrochenes Licht auf den Signalmasten der Mittelmauer der alten Schleuse, ist die Zufahrt in die Schleusenvorhäfen und Schleusen frei. Immer wenn zusätzlich ein grünes unterbrochenes Licht gezeigt wird, gilt das Signal nur für die Berufsschifffahrt. Sportboote müssen warten bis das weiße Licht allein gezeigt wird.


 

Die Schleusung geht, je nach Wasserstand relativ schnell, man sollte sich also nicht auf einen längeren Aufenthalt in der Schleuse einstellen (kann aber auch mehr als 45 min. dauern). Der normale Wasserstand im Kanal liegt etwa bei 1,4 m über dem mittlerem Niedrigwasser bzw. 1,4 m unter dem mittlerem Hochwasser der Elbe und entspricht in etwa dem der Kieler Förde. Das Rauchen und offenes Licht ist in der Schleuse übrigens verboten. Der Bund plant derzeit übrigens den Bau einer dritten Schleusenkammmer in Brunsbüttel und die Renovierung der der nun über 100 Jahre alten Schleusen. Die Bauarbeiten könnten das Ein- und Ausschleusen etwas erschweren.


 

Leuchten an den Signalmasten des Ölhafens an der Kanalnordseite zwei feste rote Lichter nebeneinander, so ist die Weiterfahrt ab Hafen Brunsbüttel verboten. Der Ölhafen und das Wendebecken liegen 1,5 km hinter der Schleuse in Brunsbüttel. Bei zwei festen grünen Lichtern nebeneinander kann man weiterfahren.


 

Wann darf ich fahren? Die Lichtsignale am NOK - beim Öffnen und Schließen der Schleusentore gibt es noch ein Klingelgeräusch als Schallsignal.



Nun kann es losgehen für die 98,637 Km (53,3 sm) lange Strecke nach Kiel-Holtenau benötigten wir mit unserem Jolli und einer 5 PS Maschine, bei durchgehend voller Fahrt etwa 9,5 Stunden und etwa 24l Benzin. Man sollte dabei nicht die Höchstgeschwindigkeit von 15km/h (8,1 kn) überschreiten, die wir ja ohnehin nicht ereichen. Wer kein LOG oder GPS hat, kann die Zeit zwischen den Kilometerschildern stoppen. Für einen Kilometer sollte man entsprechend den Gesetzen der Physik, nicht weniger als 4 min. brauchen. Wer permanent Höchstgeschwindigkeit fährt braucht nur ca. 6h 40 min. Außerdem ist das Befahren bei Dunkelheit oder schlechter Sicht verboten. Kommt man dennoch in plötzlichen Nebel sollte man an den Weichen, hinter den Dalben an dessen Festmachringen festmachen. Ist die sichere Weiterfahrt zur nächsten Weiche nicht möglich kann man vorher an geeigneter Stelle festmachen.


 

Ein rotes Funkellicht an den Weichensignalmasten verbietet das Einfahren in das Weichengebiet. Drei unterbrochene rote Lichter verbieten die Ausfahrt. Leuchten am, in Fahrtrichtung letzten Weichenmast, zwei weiße Gleichtaktlichter ist die Ausfahrt für die Verkehrsgruppen 1 und 2 unter 15 km/h verboten. Alle Schiffe werden in sechs Verkehrsgruppen eingeteilt wobei Gruppe 1 (schon bis 45/55m Länge) die kleinsten und ungefährlichsten und Gruppe 6 die größten und gefährlichsten Schiffe sind. Sportfahrzeuge die über alles länger als 15m sind müssen sich vor der Zufahrt schifffahrtspolizeilich anmelden.


 

NOK-Passage der MS Europa bei Burg 



Der Schiffsverkehr wird durch die Verkehrszentrale organisiert und gelenkt. Die Verkehrsregelung erfolgt durch die Lichtsignale an den Weichen. Seit Oktober 2006 erfolgt dies voll automatisch von Brunsbüttel aus. Die Verkehrszentrale ist im Schichtdienst rund um die Uhr besetzt und sendet alle dreißig Minuten und natürlich bei besonderem Informationsbedarf über UKW (Kanal 2 bzw. Kanal 3) einen Verkehrslagebericht. Unfälle bitte sofort der Kanalverwaltung melden. Wer ein Funkgerät an Bord sollte folgende Kanäle abhören:

Im Schleusenbereich von Brunsbüttel : (Ruf Kiel-Kanal I) Kanal 13
Auf der Strecke Brunsbüttel bis Breiholz: (Ruf Kiel-Kanal II) Kanal 2
Auf der Strecke Breiholz bis Holtenau: (Ruf Kiel-Kanal III) Kanal 3
Im Schleusenbereich Kiel-Holtenau: (Ruf Kiel-Kanal IV) Kanal 12

Breiholz kann man nicht übersehen. Der Fährverbindung liegt etwa auf der Hälfte der Strecke bei Kanal km 49,945, an jedem Anleger steht ein entsprechendes Schild des Weiteren gibt es hier auch eine Weiche (Kkm 47,860-48,975 1). Hier hat man die Hälfte geschafft.

Wegen des starken Funkverkehrs, sollten Sportboote nur in dringenden Fällen Funkkontakt aufnehmen. Muss im Ausnahmefall Kontakt mit dem Lotsen aufgenommen werden, kann man sich auf dem Schiff-Schiff-Kanal 73 melden.


 

Auch im Kanal gelten die allgemeinen Zollvorschriften. Wer etwas zu verzollen hat, oder sich nicht sicher ist ob er etwas verzollen muss, sollte sich an das zuständige Zollamt wenden:
Zollamt Brunsbüttel Tel.: 04852/ 83000
Zollamt Kiel Tel.: 0431/ 332219

Hier noch die Nummern der zuständigen Polizeidienstellen für den Kanal:
-Kkm 0 – 49 Wasserschutzpolizeirevier Brunsbüttel: 04852 / 9000
-Kkm 49-93 Wasserschutzpolizeistation Rendsburg: 04331 / 55603
-Kkm 93-99 Wasserschutzpolizeirevier Kiel: 0431 / 1601610


 

Tagfahrzeiten (während der Sommerzeit: + 1 Stunde)

01.01. bis 15.01. 07.30 - 17.00 Uhr 01.07. bis 15.07. 02.30 - 22.00 Uhr
16.01. bis 31.01. 07.30 - 17.30 Uhr 16.07. bis 31.07. 03.00 - 21.30 Uhr
01.02. bis 15.02. 07.00 - 18.00 Uhr 01.08. bis 15.08. 03.30 - 21.00 Uhr
16.02. b.28./29.02. 06.30- 18.30 Uhr 16.08. bis 31.08. 04.00 - 20.30 Uhr
01.03. bis 15.03. 05.30 - 19.00 Uhr 01.09. bis 15.09. 04.30 - 20.00 Uhr
16.03. bis 31.03. 05.00 - 19.30 Uhr 16.09. bis 30.09. 05.00 - 19.30 Uhr
01.04. bis 15.04. 04.30 - 20.00 Uhr 01.10. bis 15.10. 05.30 - 19.00 Uhr
16.04. bis 30.04. 04.00 - 20.30 Uhr 16.10. bis 31.10. 06.00 - 18.30 Uhr
01.05. bis 15.05. 03.30 - 21.00 Uhr 01.11. bis 15.11. 06.30 - 17.30 Uhr
16.05. bis 31.05. 03.00 - 21.30 Uhr 16.11. bis 30.11. 07.00 - 17.00 Uhr
01.06. bis 30.06. 02.30 - 22.00 Uhr 01.12. bis 31.12. 07.30 - 17.00 Uhr


 

Ist es also schon etwas später geworden, oder man benötigt noch Benzin, dann sollte man gleich hinter der Schleuse an backbord den Hafen in Brunsbüttel anlaufen. Der hafen liegt direkt neben der neuen Schleuse. Man muss also parallel zur dortigen Fährlinie das Fahrwasser kreuzen, wenn man aus der alten Schleuse kommt. WC und kostenlose Duschen sind hier vorhanden. Bis zur Tankstelle sind es ca. 1,5 km (immer gerade aus, die Einkaufsstraße entlang, dann rechts bei Mc Donalds). Es gibt auch mehrere Bootstakstellen mit Anleger im Kanal (z.B. Brunsbüttel, Borgstedt, Rendsburg usw.). Die Aussichtsplattform ist übrigens kostenpflichtig, als Segler ist man hier sogar etwas privilegiert. Nebenbei gibt es in der Stadt den allseits beliebten Frauensupermarkt. Der Kanal muss permanent ausgebaggert werden um der Erosion entgegen zu wirken. Allein im Schleusenbereich des Hafens saugt ein historisches Saugschiff die 6.5 Millionen cbm Nassschlick/Jahr auf.



 

Kanalfans können hier auch das Schleusenmuseum Atrium besuchen oder an einer Führung teilnehmen (Öffnungszeiten: 15. März bis 15. November, von 10.30 bis 17.00 Uhr). Dabei erfährt man bestimmt auch, dass die kleinere Alte Schleuse Brunsbüttel eine Nutzlänge von 125 m und eine Nutzbreite von 22 m hat. Es gehen also schon ein Paar Yachten hinein. Die neue Schleuse ist mit 310m Nutzlänge und 41,75m Breite deutlich größer.


 

Wer die Strecke nicht in einem Stück fahren will, um Mensch und Maschine zu schonen, dem empfehlen wir im kleinen Hafen Gieselau am Gieselaukanal bei Kanal-km 41,5 zu rasten. Allein schon wegen dem permanenten Motorlärm, wenn man mit einem Außenborder fährt. Auch der Gieselaukanal darf nur während der Tagesfahrzeiten befahren werden. Man darf nur für eine Übernachtung an den Liegestellen südlich der Gieselauschleuse festmachen.

Wer die Schleuse passieren möchte hier die Betriebszeiten der Gieselauschleuse:
vom 01.04 bis 31.10 Werktags: 8-13 Uhr und 14 -18 Uhr, Wochenende und Feiertags 8-12 Uhr und 14-19 Uhr.
Außerhalb der Saison vom 1.11-31.3 Werktags: 8-13 Uhr und 14-17 Uhr, Wochende und Feiertags sowie 24 und 31.12: 8-12 Uhr allerdigs nur nach vorherigerAbsprache bei der Schleusenaufsicht (Tel. 04332/995910)



 

Die Kilometerschilder den Laternenmasten sind auf der Steuerbordseite nicht zu übersehen und bilden neben den Schiffen die Hauptattraktion im Kanal. Gezählt wird von Brunsbüttel aus. Ein weiterer Hafen wäre der Yachthafen in Rendsburg mit einer schönen Altstadt und der Historischen Eisenbahnbrücke mit der Schwebefähre (Kkm 62,664). Der Yachthafen liegt allerdings ein ganzes Stück von Kanal entfernt, so dass man schon einen kleinen Abstecher machen muss. Wer Rendsburg besuchen möchte muss bei Kkm 66 den NOK verlassen. Hier verbreitert sich der Kanal und man gelangt bei Tonne 1 auf die Obereider. Vorbei an Tonne Obereider 3 erreicht man nach 3,2 km einen Yachthafen mit 120 Gastliegeplätzen am Obereidersee. Die Wassertiefe beträgt im Zufahrtsbereich 5-10m. Nur als Rastplatz für die Kanalfahrt ist Rendsburg natürlich keine Alternative zu Gieselau, allein schon wegen seiner Lage relativ am Ende bzw. am Anfang des Kanals etwa bei Kanal-km 60. Direkt neben der Schwebefähre, lieg die Schiffsbegrüßungsanlage Brückenterassen. An dieser Stelle werden alle großen Schiffe und Traumschiffe mit ihrer Nationalhymne begrüßt.


 

Historische Schwebefähre Rendsburg 



Weitere Liegeplätze

-die Ausweichstelle Brunsbüttel-Nordseite (Kkm 2,7)
-Liegestelle in der Wendestelle der Weiche Dückerswisch-Nordseite (Kkm 20,7) *
-Liegestelle vor der Gieselau-Schleuse (Einfahrt bei Kkm 40,5)*
-Liegestellen im Obereidersee mit Enge (Einfahrt bei Kkm 66)
-Liegestellen im Borgstedter See (Einfahrt bei Kkm 70)
-Reede im Flemhuder See (Einfahrt bei Kkm 85,4)*
-der Yachthafen Kiel-Holtenau (Kkm 98,5)
(*) -diese Liegeplätze sind nur für eine Nacht



 

Wichtige Schallsignale im Nord-Ostsee-Kanal:

Einmal lang: Achtung, westwärts fahrende Fahrzeuge (immer bei schlechter Sicht)
Zweimal lang: Achtung, ostwärts fahrende Fahrzeuge (immer bei schlechter Sicht)
Einmal lang-dreimal kurz–einmal lang–dreimal kurz: Warnung, ich vermindere meine Geschwindigkeit
Einmal lang–dreimal kurz: Warnung, ich will anlegen
Einmal lang-vier mal kurz: (Antwort des Entgegenkommenden) ich will links ausweichen


 

Segeln im Kanal ist auch verboten, wer es dennoch nicht lassen kann, muß die Maschine permanent laufen haben und einen schwarzen Kegel mit der Spitze nach unten führen. Das wird übrigens gerne mal kontrolliert. Das Segelverbot gilt nicht im Schleusenvorhafen, vor den alten Schleusen in Kiel-Holtenau außerhalb des Fahrwassers auf dem Borgstedter See, dem Audorfer See, dem Obereidersee und dem Flemhuder See. Wer keinen Motor hat, oder alleine unterwegs ist, sollte sich von jemand schleppen lassen. Oft wird dieser Service mit einer Flasche gutem Rum bezahlt (Schlepperrum). Freifahrer dürfen während der Tagesfahrzeiten nur max. ein Sportboot (bis 20m Länge) Schleppen. Der Freifahrer muss die blau-weiß karierte Flagge „N“ (November) führen. Ein motorbetriebenes Sportboot darf auch nicht mehr als ein Sportboot (bis 15m Länge) schleppen. Die Mindestgeschwindigkeit von 9 km/h (4,9 sm) darf dabei nicht unterschritten werden. Natürlich muss immer einer an der Pinne bzw. am Ruder sein.


 

Der NOK oder in der internationalen Seeschifffahrt auch Kiel-Canal genannt, ist die meist befahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt. Täglich durchqueren hier neben den Sportbooten noch 114 größere Schiffe pro Tag den Kanal. 2004 Transportierten 41000 Schiffe 80,65 Mio. Tonnen Fracht durch den Kanal. 2006 waren es bereits 43000 Schiffe. Das Transportvolumen auf dem Nord-Ostsee-Kanal erreicht 2005 erneut eine Höchstmarke. Die Zahl der Frachter mit über 200 Meter Länge stieg von 75 (ganz 2004) auf 167 (bis Nov. 2005). 2008 Passierten erstmals mehr Schiffe den NOK, als den Suez- und den Panamakanal zusammen. Wahrscheinlich werden die Schiffe immer größer. Der Kanal ist zwar 162 m breit (teilweise noch 102,5 m, an der Sole 90 m) und 11 m Tief, dennoch sollte man sich hier rechts halten und die Sogwirkung der vorbeifahrenden Schiffe nicht unterschätzen.


 

Über die Höhe der Brücken braucht man sich als Segler in der Regel keine Gedanken machen, denn die Durchfahrtshöhe beträt min. 40m. Von einem Rastplatz aus, an der Autobahnbrücke Hohenhörn der A23 (bei Kanal Km 24,882) kann man den Nord-Ostsee-Kanal auch mal aus der Vogelperspektive betrachten. Man sollte sein Auto hier allerdings nicht lange unbeaufsichtigt lassen. Gleiches gilt für den etwas weniger spektakulären Rastplatz Rade, an der A7 Autobahnbrücke (Kanal km 68,114). Neben den zehn großen Brücken gibt es alle paar Kilometer Fährverkehr, auf den man achten muss. Abgesehen von der Schwebefähre in Rendsburg sind heute alle Fähren frei fahrend. Die Benutuzung der Fähren ist im Übrigen kostenlos. Gelegentlich kann man auch mal einem U-Boot der Bundesmarine begegnen.


 

Die Kanalgebühren (nicht Schleusengebühren - darauf wird wertgelegt) bezahlt man, wenn man den Kanal durchquert, egal in welcher Richtung beim Schleusenmeister der alten Schleuse bzw. beim Zeitungskiosk der neuen Schleuse in Kiel-Holtenau. Also gleich nach dem Festmachen in der Schleuse, auf den Weg zum Bezahlen machen. Aber nur keine Hektik. Wer den Kanal von Kiel aus durchquert muss den Beleg in Brunsbüttel vorzeigen, also nicht wegwerfen. Für die Durchfahrt mit einem 15er Jolli bezahlt man 12 Eur. Beim Hafenmeister der alten Schleuse, gibt es auch gegen 10 EUR Pfand den Toilettenschlüssel („Duschschlüssel“) für den Hafen Kiel-Holtenau, der zum NOK gehört. Das Hafenmeisterhäuschen findet man entlang der Straße (Kanalstr.) am Yachthafen, etwa auf Höhe der alten Schleuse. Will man nur eine Teilstrecke befahren will bezahlt an der Eingangs- oder Ausgangsschleuse. In Brunsbüttel soll hierfür am Gebührenanleger oder im Yachthafen festgemacht werden. Eine weitere Zahlstelle befindet sich an der Schleuse zum Giselaukanal.


 

Zufahrt zum NOK von der Kieler Förde aus -Die Wartezone für Sportboote liegt nördlich der Zufahrt zum Kanal



Alle die den Kanal so sehr lieben, dass sie hier ständig liegen, oder nur noch im Kanal fahren wollen, benötigen einen vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt ausgestellten Fahrtausweis. Wenn man den Kanal verlassen will und noch auf die Schleuse und die herausfahrenden Schiffen warten muss, empfehlen wir unbedingt hinter der Wartelinie (vor der Fährlinie Holtenau) zu bleiben, man kann sie sehr leicht übersehen, eine Karte ist sehr hilfreich (D3009, D42, Elbeatlas). Beim letzten Mal bekamen wir, und auch alle anderen deswegen etwas Ärger mit der WaschPo in Kiel.


 

Schleusen in Kiel-Holtenau links die alte Schleuse, rechts die neue Schleuse, dahinter die Kieler Förde.



Auf der Nordseite des Kanals (Kanalstraße in Holtenau) kann eine Ausstellung mit einer Führung zu den Alten und Neuen Schleusen besichtigt werden (Dauer: ca.90 Min.) Wegen der neuen Sicherheitsrichtlinien (ISPS) ist die Besichtigung der Schleuse sehr eingeschenkt worden. Wer von der Ostsee aus in den Kanal fahren will, kann an den Liegeplätzen am Yachthafen, vor der alten Schleuse festmachen. Das Festmachen in der Zufahrt ist natürlich verboten. Die Kanalreede und die Zufahrt sind als Wartezone nur für die Berufsschifffahrt frei. Wenn man nicht festmachen möchte kann man nördlich der Vorfahrtzone bzw. der Zufahrtsgrenze (eben nördlich der Tonne „G“) warten.


 

In der Förde wird der Schiffsverkehr auf UKW Kanal 22 (Kiel Traffic) abgewickelt. Dies gilt nicht für den Schleusenbereich. In Holtenau angekommen steht keine zwei Minuten zu Fuß entfernt, der nördliche Leuchtturm an der Zufahrt zum Kanal. Das schöne, rote Backsteingebäude erinnert auch die an die Fertigstellung des Nord-Ostsee-Kanals am 21.06.1895 unter Kaiser Willhelm den II.. Damals wurde der Kanal "Kaiser Willhelm Kanal" getauft. Gegenüber auf der Südseite markiert der rot-weiß-rote Gitterturm die Zufahrt. Der Weg wird aber eher durch die hier ansässigen Eisläden und den schönen Ausblick auf die Kieler Förde belohnt.

Viel Spaß bei der Kanalfahrt !