Pfingstour 2008



Pfingsttour auf der Elbe

Am Samstag dem 10. Mai sollte es nun endlich los gehen. Mareike und ich (Björn) freuen uns schon auf ein sonniges, langes Pfingstwochenende. Der Deutsche Wetterdienst prophezeit uns entspannte 2-3 Bft. aus Südost. Uns so kam es dann auch. Schnell war die Ausrüstung verstaut und los ging es. 9.30 h legten wir in Wedel mit dem Hochwasser ab. Die Segel weit geöffnet geht es vor dem Wind elbab nach Stade. Bei wolkenlos blauem Himmel und 24 Grad im nichtvorhandenen Schatten lassen wir Lühesand und Hetlingen hinter uns. Gegen 11 Uhr passieren wir den Leuchtturm Juelssand an der Mündung der Haseldorfer Nebenelbe. Die großen Pötte sind noch in weiter Ferne. Ein guter Moment um das Fahrwasser zu kreuzen.


 

Und langsam aber sicher nähern wir uns dem Unterfeuer Stadersand an der Schwingemündung. Das kleinere Schiff am Horizont war mittlerweile schon beträchtlich näher gekommen und stellte sich als ein Schiff der Küstenwache auf dem Weg zum Hafengeburtstag heraus, welches mit voller Fahrt und einer exorbitanten Bugwelle an uns vorbei brauste. Wenig später erreicht uns der Schwell. Ein kurzer Blick nach achtern sieht bergab, dann bricht die Welle achtern und die Ronja beginnt zu surfen. Die folgenden Wellen bekommen wir noch gut ausgesteuert, so dass unsere Sachen nur minimal nass werden.


 



Wir erreichen nun die Schwingemündung und holen kurze Zeit später die Segel ein. Bis zum Niedrigwasser sind es noch gute dreieinhalb Stunden, so dass wir noch ausreichend Wasser in der Fahrrinne haben. Der Rest der Strecke wird motort. Hinter dem Sperrwerk und einer kurzen Pause am Anleger der Klappbrücke erreichen wir den Stadthafen von Stade.



 

Aber wo ist der Hafen hin? Am Ostufer ist eine große Baustelle mit neuer Spundwand. Ein paar Priggen markieren das verengte Fahrwasser. Nur ein kleiner Steg ist zum Festmachen übrig geblieben, welchen wir dann auch nutzen. Kein Hafenmeister, keine Duschen und Toiletten. Dafür liegen wir kostenlos. Wir bummeln ein wenig durch die prächtige Altstadt und besorgen erst einmal ausreichend Proviant für die kommenden zwei Tage. Zurück im Hafen müssen unsere Einkäufe in einem mühsamen und mehrfachen Rucksackmanöver die Spundwand herunter getragen werden. Kaum wieder an Bord besucht uns Holger von der Wilhelmine.


 



Mittlerweile ist Ebbe und vor uns liegen fünf Schiffe im Päckchen. Bei einem Abendspaziergang am Schwingedeich lassen wir den Abend ausklingen. Auf einem Hausdach sitzt ein großer Pfau und bittet mit seinem lauten Rufen um Aufmerksamkeit. Die grasenden Kühe scheinen weniger beeindruckt. Am nächsten Morgen verlassen wir die alte Hansestadt mit dem Ziel Krückaumündung. Das Wetter ist traumhaft, sogar noch ein wenig wärmer als gestern. Mittlerweile ist es so heiß geworden, das die Viskosität unserer 50er Sonnencreme einer Spachtelmasse gleicht. Nur der Wind ist mittlerweile völlig abgeflaut. Wir holen die Segel wieder ein und tuckern gemächlich mit unserem Motor flussabwärts Richtung Pagensand.


 

Wir fahren außen entlang und passieren die Nordspitze am Ende des Leitdamms bei der rot-grünen Leuchttonne 92. Wir fahren nun im Nebenfahrwasser ein kleines Stück gegen die Tide aufwärts, passieren den kleinen Hafen Kollmar und erreichen die Krückaumündung. Unser Ziel ist der Hafen hinter der Drehbrücke. Da die Brücke noch nicht in Vorbereitung geht testen wir mal vorsichtig an, ob 8,5m Durchfahrtshöhe ausreichen.


 



Der Brückenwärter am Fenster und wir sind uns einig. Das passt nicht! Die Maschine geht rückwärts. Die Brücke öffnet sich und wir ereichen den Hafen. Jedoch müssen wir feststellen, dass die Hafeneinfahrt bereits versperrt ist. Das Tor wird nur einige Zeit um das Hochwasser geöffnet, damit der Hafen nicht trocken fällt. Wir sind leider zu spät dran.


 

Wir fahren die Krückau noch ein Stück hinauf und versuchen es bei dem nächsten auf der Karte verzeichneten Hafen. Die Einfahrt ist bereits durch eine Barre versperrt, dahinter liegen ein paar kleine Boote an einem kurzen Steg vor einem Bauernhaus. Da unser Schwert bereits kurz Grundberührung hatte, beschließen wir in der engen Krückau zu wenden. Mareike sucht derweilen in der Karte nach einem alternativen Hafen. Wir fahren zurück auf die Elbe und nehmen Kurs auf das 6 Seemeilen entfernte Glückstadt, da die meisten Häfen in der Nähe bei Niedrigwasser nicht mehr angelaufen werden können. Immer noch kein Wind, die Bootsfahrt geht weiter.



 

Sogar die Schafe liegen hier trocken... 



Am späten Nachmittag erreichen wir die Matjeshauptstadt. Der Hafen ist voll, aber dennoch finden wir neben dem Jugendkutter Nordwest einen Platz im Außenhafen. Wir freuen uns über eine kalte Dusche, erkunden die Stadt und gehen anschließend mediumlecker essen. Von der Hafenmole aus betrachten wir das abendliche Schauspiel, wie bei Brunsbüttel die Sonne in der rosa eingefärbten Elbe versinkt. Am nächsten Nachmittag, nach einem leckeren Eis, legten wir bereits zwei Stunden vor dem Niedrigwasser ab undmachten uns auf den 19 Seemeilen langen Weg Richtung Wedel.


 



Bei immer noch strahlender Sonne fahren wir entlang der Rhinplatte und verlassen das Nebenfahrwasser hinter dem Radarturm Rhinplatte-Süd bei Tonne GN 13. Wir kreuzen das Fahrwasser und fahren an Schwarztonnensand entlang. Mittlerweile beginnt die Tide zu kippen und wir hissen endlich die Segel. Der Wind hat mittlerweile um 180 Grad gedreht und weht leicht mit 2 Bft. aus Nordwest. Wieder segeln wir vorm Wind.



 

Bei Bützfleth nimmt der Schiffsverkehr zu. Mehrere große Containerschiffe und ein riesiger Erzfrachter begegnen sich. Das Fahrwasser verläuft hier direkt am Ufer des Industriegebietes. Wir nehmen Kurs auf die nächste grüne Tonne, mit etwas Sicherheitsabstand zu den sich füllenden Gastankern, während die mächtigen Stahlrümpfe der Schiffe an uns vorbeigrummeln. Wegen des engen Nebenfahrwassers und dem immer mehr in die Abdeckung geratenem Wind, beschließen wir die Fahrwasserseite wieder zu wechseln. Die Genua wechselt die Seite, der Wind beginnt leicht zu rauschen und wir nehmen Kurs auf Juelssand.



 



Ab hier segeln wir weiter die Elbe hinauf, vorbei an der Hetlinger Schanze und dem Fährmannssander Watt. Kurz vor Wedel erreichen uns die ersten Schiffe der Auslaufparade des Hamburger Hafengeburtstages. Unter ihnen auch natürlich wieder unsere Bekantnen von der Küstenwache mit voller Fahrt voraus. Die Großsegler ziehen vorbei und wir erreichen wieder den Hamburger Yachthafen Wedel. Ein schöner Abschluss eines perfekten Segelwochenendes.